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 Prolog

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BeitragThema: Prolog   Mi Okt 12, 2016 4:17 pm

Prolog

12.03.1997

Es war Nacht. Nichts war zu sehen – außer zwei Gestalten, die sich im Schlosspark aufhielten. Sie schienen nervös zu sein, denn ihre Blicke sahen von einem Ort zumanderen. Als ob sie das Gefühl hatten, sie wurden verfolgt. Doch sie waren die einzigen der Schlossbewohner, die sich dort trafen – in der Nacht, in der alles hätte passieren können. Die Sonne war schon seit Stunden nicht mehr zu sehen, der Himmel war sternenklar und man hörte die Heuschrecken, die sich zu unterhalten schienen. Die Blätter der Bäume und Büsche waren saftig grün und die Beeren, die an einigen Stellen wuchsen, waren von kräftigen Farben geprägt und doch wusste man hier im Königreich, dass selbst die hübschesten und wunderschönsten Pflanzen die giftigsten sein könnten.
Am Himmel konnte man langsam ein paar Wolken erkennen, die sich dennoch nicht vor den schönen Vollmond schoben. Es wehte ein kühler Wind durch die späten Stunden und raschelten die Baumwipfel. Man hörte das Rascheln der Mäuse, die durch das Gras liefen, und das Quieken, wenn sie gegen irgendetwas liefen. Die Bäume waren dicht aneinandergereiht und die beiden Seen befanden sich ungefähr in der Mitte des Schlossparks, wurden von einigen Karpfen sowie Barschen bewohnt und ein paar Enten schwammen auf der Wasseroberfläche, genauso wie ein paar Seerosen und Algen.
Der Weg, auf dem die beiden Personen gingen, war voller Kieselsteine und führte vom Schloss hin zur Schlossmauer, die sich ein paar Kilometer weiter vom Schlossgebäude befand und das gesamte Gebiet von der Außenwelt abschirmte, sodass keine Gegner ungewollt hinter die Schlossmauern kommen konnten. Bei jedem Schritt hörte man das Knirschen unter den Schuhen der Gestalten und sie mussten aufpassen, dass sie bei den Kieselsteinen nicht ausrutschten. Gerade im Schlosspark war es keine Seltenheit, dass man nach dem vielen Regen auf den Wegen die Gefahr läuft, auszurutschen.

Die beiden Gestalten, die sich noch immer dort aufhielten, redeten seit mehreren Minuten miteinander und je länger sie miteinander redeten, wurden sie immer sorgenvoller und nervöser. Sie hatten irgendetwas wichtiges zu besprechen, weshalb sie sich immer mal wieder umdrehten, um sich zu vergewissern, dass ihnen wirklich niemand folgen würde. Noch immer war niemand außer ihnen dort und dies würde sich auch die ganze Nacht lang halten. Der eine Mann von den beiden hatte einen langen Umhang an und eine goldene Krone auf dem Kopf.
Er besaß blondes, kurzes Haar und dunkelbraune Augen, die im Dunkeln wie schwarz aussehen. Würde man nach seinem Aussehen sagen, er wäre der König von dem Königreich und der Herrscher über das ganze Königreich. Die andere Person hatte einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd an und hat hellblaue Augen. Er war ein Berater des Königs, der mit ihm alles beriet, was es zu beraten gab. Er hatte eine Art Regenschirm in der Hand falls es anfangen würde zu regnen. Denn der König sollte nicht nass werden – das war eine der Regeln im Schloss. Der König kratzte sich gerade am Kinn als sein Berater wieder anfing zu reden. „Eure Hoheit. Ich weiß ja, was Euch Sorgen bereitet. Aber ist es nicht dieE ntscheidung Eurer Gemahlin, was mit Eurem Kind nach der Entbindung geschieht?", fragte er und blickte dem blonden König in die dunkelbraunen Augen.
Auch der König sah zurück und schüttelte einfach nur den Kopf. Er wusste, was sein Berater meinte. Es war schließlich klar, wie genau er das meinte und er konnte dies alles auch nachvollziehen. „Miguel, Ihr wisst wie sehr ich Eure Entscheidungen und Vorschläge respektiere und wertschätze. Aber meine Gemahlin und ich haben uns entschieden und Ihr wisst wie die Lage im Königreich ist. Der Behemoth Clan übernimmt an Stärke und das wisst Ihr. Wollt Ihr etwa, dass unser Kind inmitten eines Krieges mit dem bösartigsten Clan aufwächst? Es sollte eine schöne Kindheit haben und das bieten wir ihm, wenn wir es wegschicken und in Sicherheit wissen", meinte der König. Sie gingen immer weiter und kamen an einem Brunnen an, der in einem wunderschönen hellblau leuchtete.

Es war schrecklich, dass die Truppen nicht mehr so viel gegen den Behemoth Clan anrichten konnten. Lange würde das Königshaus nicht mehr durchhalten. Wer würde das denn schon durchhalten können, wenn vor der Schlossmauer alles belagert wurde? Das könnte niemand und somit auch das Königshaus nicht mehr.
Irgendwann wäre es so, dass das Schloss gestürzt wird und das Chaos über das Königreich Avanterra hereinbricht. Doch niemand könnte jetzt noch etwas gegen das alles machen, was schon vor Jahren angefangen hatte. Das könnten selbst die erfahrensten Könige und Soldaten nicht ändern – egal wie.

Der König wusste genau, dass es zu spät war. Er wusste, dass sein Kind nicht mehr hier in Avanterra aufwachsen würde. Doch wo sollten sie ihr Kind aufwachsen lassen? Es gäbe nur eine einzige Lösung, und die wäre, das Kind weit weg zuschicken, weg vom Königreich Avanterra, vom Land Astrion und vom Planeten Loith. Irgendeine Stadt würde sich finden. Der König hatte schon von dem Planeten Erde gehört, wo es anscheinend friedlich war und jeder harmonisch miteinander umging.
Er musste sich entscheiden, doch soweit er wusste, hatte er sich schon entschieden – genauso wie seine Frau, Königin Leodora von Avantis. Er selber war der geborene König Andrey von Avantis. Seine Eltern hatten ihn in die Familie hineingeboren und so schnell kam er da nicht heraus. Am Anfang wollte er gar nicht König werden, doch durch einen schrecklichen Unfall kam er nicht drumherum. Er lernte seine jetzige Gemahlin, die Königin von Estoia kennen, und nun erwartete er schon sein erstes Kind. Die Zeit verging für ihn viel zu schnell und er war einfach viel zu nervös um zusätzlich noch extrem angespannt oder besorgt zu sein.

Aber da er sich lieber ablenken sollte, sah er wieder zu Miguel und kratzte sich wieder am Kinn. „Ich finde, wir sollten unser zukünftiges Kind zu einem anderen Orts chicken, am besten weit weg vom Königreich. Vielleicht zum Planeten Erde. Er soll angeblich wie gemacht für Kinder sein", sagte Andrey und blickte nach vorne zur Cupena, die sich vor ihnen befand.
Er fand diese Blume wunderschön und musste sich eine Träne verkneifen, als ihm klar wurde, dass sein Kind diese Pflanze nie zu Gesicht bekommenwürde. Es gab so wunderschöne Pflanzen in Avanterra und ausgerechnet diese würde er oder sie später nicht in Erinnerung haben. Aber wie sollten sie das Kind vor den Gefahren hier retten, wenn sie es nicht wegschicken? Gar nicht – und das ist auch der Grund weshalb sie es leider, schweren Herzens weggeben müssen.

„Eure Hoheit? Es ist Zeit zurück ins Schloss zu gehen. Eure Gemahlin wartet sicherlich auf Euch", riss Miguel ihn aus seinen Gedanken. Leodora würde sicherlich auf ihn warten und wenn er heute eine Pechsträhne gezogen hatte, dann würde das Kind jetzt bestimmt schon auf der Welt sein. Natürlich hoffte er es nicht, aber in Betracht ziehen würde er es.
Ihm war bisher immer so etwas passiert. Selbst bei der Geburt von dem Sohn seines Bruders Simón, den sie Cedric nannten. Die Kutsche war zu spät losgefahren und somit waren sie zu spät, um bei Ceanna und Simón zu sein als Cedric geboren wurde. Das war auch der Grund, weshalb er sich jetzt gemeinsam mit Miguel beeilte zurück ins Schloss zu gelangen, um bei seiner Frau zu sein.


Es dauerte ein wenig als sie endlich im Schloss und im Gemach seiner Gemahlin waren. Der runde Bauch von Leodora war groß und rund. Die braunhaarige Frau lächelte ihren Gemahl an und winkte ihn zu sich. Er gehorchte, setzte sich zu ihr auf die Bettkante und nahm ihre Hand in seine. Er liebte sie über alles und würde alles dafür tun, damit sie in Sicherheit war. Sie konnte auf ihn zählen, egal was ist und in welcher Situation sie sich gerade befanden. Andrey lächelte Leodora an und strich ihr eine braune Strähne aus dem weichen und schmalen Gesicht.
Ihre hellblauen Augen strahlten Liebe und Wohlbefinden aus. Wie ihr Kind aussehen würde, hatte er sich schon lange überlegt. Entweder hatte es blaue Augen und blonde Haare oder braune Augen und braune Haare oder braune Augen und blonde Haare oder auch blaue Augen und braune Haare. Erwusste es nicht genau, aber in wenigen Stunden würde er es erfahren. Sogar ob es ein Junge oder ein Mädchen war.

Er wusste nicht wie lange es her war, als die Wehen eingesetzt hatten. Bestimmt vor drei Stunden, und er durfte immer noch nicht in das Gemach seiner Herzensdame. Immer wieder fasste er sich an den Kopf und wies seinen Berater Miguel immer wieder ab, genauso wie die Wache, die ihn jede halbe Stunde auf den Laufenden halten wollte, was vor den Schlossmauern ablief. Es hatte sich bisher nichts geändert und das war gut so.
Der Behemoth Clan schien sich in Fortaare zu verteilen und dort zu verweilen. Andrey lief nach ein paar weiteren Minuten den Gang hoch und runter. Immer und immer wieder. Miguel sah ihn schon eigenartig an, ging aber dann kurz in das Gemach von Königin Leodora von Avantis, ehemals von Estoia, um wenige Sekunden später zum König zu gehen und ihm zu sagen, dass er endlich sein Kind und seine Frau besuchen gehen konnte – nach etlichen Stunden, die sich hingezogen haben wie die Stimme einer Sängerin.

Als er das Gemach betrat, hörte erschon das Geschrei von dem Baby, das auf dem Arm seiner Geliebten lag. Man konnte noch nicht allzu viel erkennen, wie das Kleine später einmal aussehen würde. Andrey war glücklich endlich so einen Knirps in der Familie zu haben und es als sein Kind zu bezeichnen. Der König ging zum Bett seiner Frau und setzte sich auf die Bettkante. Innerhalb weniger Minuten hatte er das Kind betrachtet.
Es war ein Mädchen, es hatte schon leicht erkennbare, braune Haare und braune Augen. Sie hatte seine Augen und Leodoras Haare. Er liebte sie jetzt schon. „Hast du schon einen Namen für unsere Tochter ausgesucht?", fragte Andrey seiner Gemahlin nachdem er seiner Tochter auf dem Kopf gestreichelt und auf die Stirn geküsst hatte. Leodora nickte noch schwach und lächelte mit ihren wunderschönen hellblauen Augen. „Ich hatte mir überlegt, sie Mayla zu nennen", antwortete sie und sofort stimmte der König zu. Es war ein wunderschöner Name und er passte perfekt zu seiner kleinen neugeborenen Tochter.

Andrey merkte ein sanftes Ziehen an seinem Oberteil und machte seine Augen auf. Er war tatsächlich eingeschlafen, während seine Frau sich um Mayla gekümmert hatte. Kurz rieb der König sich seine braunen Augen und gähnte kräftig. Die ganze Aufregung und Nervosität ging langsam zurück und auch der hohe Herzschlag senkte sich allmählich. Während er geschlafen hatte, hatte er darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn sie Mayla wegschicken würden und wie es für sie wäre getrennt ohne ihre Eltern zu einer fremden Familie zu kommen?
Andrey konnte sich das nicht vorstellen. Er hatte eine fröhliche und glückliche Familie, eine Mutter, ein Vater und einen Bruder, als er aufwuchs. Und genau das wünschte er sich für seine kleine, unschuldige Tochter. „Andrey, bist du wieder wach?" Er hörte die Stimme von Leodora, nickte und sagte ihr, er wäre soeben wieder aufgewacht. Da er sich in einem der Sessel vor Leodoras Bett befand, stand er auf und ging an ihr Bett, um ihr in die Augen zu gucken. „Bring sie weg. Wenn ich sie noch länger in meinen Armen halte, werde ich sie unendlich lange vermissen. Sorge dafür, dass sie in Sicherheit ist und wir in Ruhe gegen den Behemoth Clan kämpfen können", bat sie ihn und reichte ihm Mayla. Andrey nahm sie entgegen und sah auf das kleine Etwas hinab.
Ihm lief eine Träne die Wange hinab und schnell wischte er sie mit seiner rechten Hand weg. „Ich verspreche dir, Mayla wird in guten Händen sein und sobald sie bereit ist zurückzukommen, wenn ihr Königreich sie am meisten braucht, dann wird sie unsere wunderbare Heimat kennenlernen und sich daran erinnern, hier geboren worden zu sein", sagte er, küsste Mayla wieder auf die Stirn und blickte seine Gemahlin schmerzhaft an. Er wollte nicht, dass er seine Tochter nun verlassen musste. Er konnte einfach nicht und trotzdem tat er es ihr und Leodora zu Liebe.


Das Weltentor war direkt vor ihm. Er hatte eine Horde Wachen und Soldaten mitgenommen und sind extra aus dem Hinterausgang aus dem Schloss und durch die Schlossmauer gegangen, damit die Mitglieder des Behemoth Clans sie nicht sehen konnten. Andrey hielt Mayla auf seinem Arm. Eingepackt war sie in warmen Decken und war in einem großen Korb gelegt worden, damit man sie besser transportieren konnte.
Er küsste seiner Tochter auf die Stirn und schloss seine braunen Augen, damit sich der stechende Schmerz erstmal hinten anstellen konnte. „Ich liebe dich", flüsterte er seiner Tochter zu, die ihn mit großen, braunen Augen ansah und ihm mit einer Hand im Gesicht berührte – so als wolle sie auf Wiedersehen sagen. Der König konnte es nicht ertragen seine Tochter abgeben zu müssen. Es zerriss ihm das Herz als er Mayla an einen der Wachen gab und dieser langsam aber sicher zum Tor schritt.
„Passt gut auf sie auf, Wache! Ich will, dass sie in Sicherheit ist und eine glückliche und große Familie bekommt. Ist sie es nicht, werde ich Euch bei Eurer Rückkehr eigenhändig köpfen", sagte der König zu ihm und winkte seiner Kleinen noch zu ehe sie durch das Tor schritten. Kaum waren sie verschwunden, fingen die Tränen an seine Wange hinunterzulaufen und er musste sie mit seinen Händen wegwischen. Jetzt war der Moment, an dem ihm bewusst wurde, was er getan hatte und dass er seine Mayla nie wiedersehen werde.
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